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Mittlerer Weg


Lehrstrophen des Mittleren als Wurzeltext

Mūla-madhyamaka-kārikā

(Wurzel-mittleres-Lehrstrophe)

Nāgārjuna

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Vorwort

Bei der vorliegenden Arbeit zu den Mūlamadhyamakakārikā (MMK) von Nāgārjuna handelt es
sich um ein persönliches Experiment und als solches bedarf es vielleicht einiger erklärender
Worte und auch einer Art Gebrauchsanweisung.

Seit 2004 studiere ich bereits Sanskrit, erst an der Universität (mit Abschluss im Jahr
2011) und später, aus Mangel an derartigen Strukturen, in Eigenregie. Mit den MMK kam ich
erstmals 2012 in Kontakt. Ich wollte eine Freundin bei Ihrer Übersetzungsarbeit an diesem
Text unterstützen und war sofort von diesem mir völlig neuartigen Gedankengut fasziniert.
Obwohl der Text sprachlich nicht besonders schwierig ist, verstand ich so gut wie nichts, da ich
noch nie mit Sekundärliteratur zur Thematik konfrontiert gewesen bin. Von Anfang an habe ich
nur den Text aus sich selbst heraus zu verstehen versucht. Schließlich sollte der Text selbst
alles bieten, was man zu seinem Verständnis benötigt.

Als   ich   dann   von  Jürgen   Yudo   Seggelke   angesprochen   wurde,   der   jemanden   mit
Sprachkenntnissen in Sanskrit suchte, weil er mit den schon vorhandenen Übersetzungen nicht
gut zurecht kam, wurde gemeinsam die Idee zum vorliegenden Experiment geboren. Es handelt
sich im Folgenden um so etwas wie die Vorstufe einer Übersetzung, die sich in zwei Schritten
vollzieht. Im ersten Schritt sind lediglich die einzelnen Worte in ihrer grammatikalisch dem
Sanskrit entsprechenden Form wiedergegeben. Der zweite Schritt ist eine Annäherung an eine
Übersetzung,   der   aber   mechanisch   erfolgte   und   die   aus   meiner   Sicht   wahrscheinlichste
Verbindung der einzelnen Satzglieder darstellt. Auch wenn es in manchen Fällen noch andere
Möglichkeiten   der   Verbindung   geben   kann,   hat   auch   auf   dieser   Stufe   noch   kaum   ein
interpretierender Eingriff meinerseits stattgefunden. Die wenigen Zusätze sind konsequent in
Klammern gesetzt worden und als solche für den Leser noch zu erkennen. Sie erfolgten nur
dort, wo eine Wiedergabe der Zusammenhänge im Deutschen dies erforderte.

Auf diese Weise entstand ein Dokument, das weniger ein fertiges Verständnis liefert als
vielmehr meinen und unseren Versuch, den Text auf ehrliche und unvoreingenommene Weise
selber sprechen zu lassen. Dabei wurde streng auf Präzision geachtet. Jedes Wort wurde bis auf
seine im Sanskrit so wichtige Wurzel zurückgeführt und die Verbindungen der Worte, die von
ein   und   derselben   Wurzel   abstammen,   sind,   wo   immer   möglich,   auch   im   Deutschen
wiedergegeben. Es wurde auch eine vollständige Liste aller Worte erstellt, in der sie nach ihrer
Wurzel sortiert sind. Diese Liste ist mit über 200 Seiten sehr umfangreich, kann aber auf
Nachfrage gern zur Verfügung gestellt werden.

Der Leser hat also mit der vorliegenden Vor-Übersetzung gewissermaßen eine Art
Baukasten an der Hand, mit dem er auch ohne Sanskritkenntnisse seine eigene Übersetzung
erstellen könnte. Er könnte, sofern gewünscht, die Worte gegen welche austauschen, die für ihn
besser passen. Wenn er das an jeder Stelle tut, an der ein Wort vorkommt, hat er den Text
dadurch nicht verfälscht. Und natürlich würde der Text erst durch die sprachlichen Finessen
des Deutschen zu einer echten und schön zu lesenden Übersetzung heranreifen. Diesen Schritt
soll aber jeder für sich selbst gehen können. Dies war jedenfalls die Idee.

Ob diese Art der Herangehensweise für andere Menschen funktionieren kann, wird sich
wohl erst in der Zukunft zeigen. Doch zumindest für mich war es der Schlüssel, der die Tür zu
Nāgārjunas Gedankenwelt aufgeschlossen hat, denn näher kann man an seine eigenen Worte
nicht herankommen. Den Schritt zu einer “echten” Übersetzung bin ich aus Respekt vor der
Komplexität der Materie und dem Wissen um mein begrenztes Verständnis davon bis heute
nicht gegangen. Ich  werde  noch lange Zeit mit meinem selbst erstellten  Studienmaterial
weiterarbeiten. Da es mir aber bis zum heutigen Tag schon großen Nutzen gebracht hat, könnte
ich mir vorstellen, dass es diesen auch für andere Menschen haben könnte. Deshalb freue ich
mich, es hier potentiellen Mitdenkern zur Verfügung zu stellen. Für jede Rückmeldung und
gedanklichen Austausch wäre ich sehr dankbar.

Elisabeth Steinbrückner, eli@gnumonks.org

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