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Was ist die Buddha-Natur?...

Zen Schatzkammer 1

ZEN Schatzkammer

 

Einführung in Dogens Shobogenzo
Band 1

Das große Werk „Shôbôgenzô“ („Die Schatzkammer des wahren Dharma-Auges“) von Meister Dôgen gehört zweifellos zu den wichtigsten und ergiebigsten buddhistischen Schriften überhaupt und ist außerdem ein großer Schatz der gesamten Weltliteratur. Aber dieser Schatz erschließt sich einem westlichen Leser nicht leicht, denn viele Kapitel sind inhaltlich nur schwer verständlich. Deshalb hat der Autor Yudo J. Seggelke mit der Unterstützung des großen japanischen Meisters Nishijima Roshi diese Einführung mit ausführlichen Erläuterungen verfasst. Sie ist nicht zuletzt auf Bitten von Freundinnen, Freunden und Interessierten entstanden: die Gesamtausgabe der „ZEN Schatzkammer“ in drei Bänden.
Nishijima Roshi und der Autor hoffen, dass dadurch der Zugang zu diesem großen Werk nachhaltig verbessert und es für viele möglich wird, die Schriften Dôgens umfassend zu lesen und ausgewählte Themen gründlich zu studieren. Wer tiefer in die Zen-Lehre Dôgens eindringen möchte, dem seien die Originaltexte des „Shôbôgenzô“ empfohlen.
Durch die enge Zusammenarbeit mit dem großen Kenner des „Shôbôgenzô“, Nishijima Roshi, konnten zentrale Fragen und wesentliche Eckpunkte dieses Werkes im direkten Gespräch geklärt werden. Meister Nishijima hat auch die beiden Kalligrafien speziell für diese Trilogie gezeichnet. Mehrere Fotos aus Japan von verschiedenen Tempelanlagen bereichern die „ZEN Schatzkammer“.
Was enthält Band 1 der Gesamtausgabe?
Der erste Band dieser Einführung behandelt 29 Kapitel des „Shôbôgenzô“, die von größter Bedeutung für den Zen-Buddhismus sind. Im ersten Kapitel, in dem ein Gespräch über das Streben nach der Wahrheit im Mittelpunkt steht, verdeutlicht Dôgen, dass nach der bewussten Entscheidung, den buddhistischen Weg zu gehen, die Praxis des Zazen unerlässlich ist. Zusammen mit der buddhistischen Lehre können wir dadurch dem Wirrwarr und vielfältigen Leiden unseres Lebens entkommen. Dôgen hatte selbst erst nach langer Suche in Japan und China bei seinem eigenen Lehrer diese zentrale Praxis erlernt und deren große positive Wirkung erfahren. Es war ihm ein tiefes Herzensbedürfnis, diese effiziente Übungsmethode an spätere Generationen weiterzugeben.
Im Kapitel „Das verwirklichte Leben und Universum“ wird die Grundlage der buddhistischen Lehre von Dôgen mit großer Präzision und Tiefgründigkeit beschrieben. Dieses Kapitel gehört zu den berühmtesten Schriften des Zen-Buddhismus überhaupt. Nach Nishijima Roshi werden darin die vier fundamentalen Lebensphilosophien treffend beschrieben, die eine neue Klarheit in unser Leben bringen.
Dieser erste Band enthält außerdem eine ganze Anzahl praktischer Darstellungen, die eng mit dem buddhistischen Leben im Alltag verknüpft sind. Alle diese täglichen Lebensbereiche erhalten durch das umfassende buddhistische Verständnis Dôgens eine ungeahnte Tiefenschärfe. Interessant und sehr wichtig sind zum Beispiel die Ausführungen zum ethischen Handeln mit dem Titel „Erzeugt kein Unrecht und erlangt die Freiheit“. Darin gelingt es Dôgen klarzumachen, dass wir beim ethischen Handeln das beste Leben für uns selbst erreichen können und dass nach buddhistischem Verständnis die vielen Arten des Unrechts durch fehlerhaftes Handeln sozusagen künstlich erzeugt werden. Sie entsprechen eigentlich nicht der Natur des Menschen und Universums und sind damit gar nicht die Wirklichkeit selbst.
Die Ausführungen zur existenziellen Sein-Zeit der Wirklichkeit im Hier und Jetzt sind von ganz wesentlicher Aussagekraft und gehören ebenfalls zu den berühmtesten Lehren des Zen-Buddhismus. Der Autor bereitet diese schwierigen philosophischen Fragen und Aussagen so auf, dass sie direkt verständlich werden und das eigene Leben ganz erheblich bereichern.
Meister Dôgen trat als junger Mönch in ein Kloster ein, welches das Lotos-Sûtra zur wesentlichen Basis der buddhistischen Lehre gewählt hatte. Dieses Sûtra hat ihn seines ganzen Leben lang nicht mehr losgelassen und er hat eine neue aussagekräftige Deutung auf der Grundlage eines Gedichtes des großen Zen-Meisters Daikan Enô erarbeitet: „Die Dharma-Blume der Wahrheit dreht die Blume der Dharma-Welt“. Dieses Kapitel besitzt eine große poetische Kraft und vermittelt ganz wesentliche Einsichten.
Nach der buddhistischen Lehre ist eine Trennung von denkendem Geist und menschlichem Körper nicht möglich und außerdem kann der Geist mit dem dualistischen Denken niemals vollständig erfasst werden. Mit dieser für den Westen weitgehend neuen Grundaussage gelingt es, Täuschungen und Illusionen des eigenen Selbst besser zu erkennen und auszuschalten. Damit steht die moderne psychoanalytische Lehre in großer Nähe zum Buddhismus.
In weiteren Kapiteln werden das buddhistische Handeln und die Erleuchtung vertieft dargelegt. Dabei kommt die Zen-buddhistische Grundwahrheit klar zum Ausdruck, dass wirkliches Handeln vor allem im Alltag selbst stattfindet. Es geht also nicht um herausgehobene, vom täglichen Leben abgetrennte esoterische Sonderzustände der Psyche, sondern um die Kraft und Freude des Lebens im Hier und Jetzt.
Die Zazen-Praxis ist nach Dôgen von zentraler Bedeutung für den Buddha-Weg und wird in dem kraftvollen Kapitel „Die heilende Bambusnadel der Zazen-Praxis“ beschrieben. Derartige Nadeln wurden wegen ihrer Heilkraft schon im China der damaligen Zeit für die Akupunktur in der Medizin verwendet. Dôgen benutzt die Bambusnadeln als Gleichnis für die große heilende Kraft der Zazen-Praxis, die er auch als „Tor des Friedens und der Freude“ zur buddhistischen Lehre und zum wahren Leben bezeichnet. Es geht also keinesfalls um Askese und schmerzhafte Übungen, sondern diese Praxis vermittelt Freude und Kraft auf dem Heilungsweg, der vom Buddhismus erarbeitet wurde und sich seit 2.500 Jahren bewährt hat.
Neben philosophischen Kapiteln erhält der Leser auch sehr praktische Beschreibungen des buddhistischen Lebens und konkrete Anweisungen Dôgens, zum Beispiel die Regeln für das Verhalten in der Zazen-Halle, für Hygiene und Sauberkeit und für die buddhistischen Niederwerfungen, um „das Mark der Wahrheit zu erlangen“. Der ewige Spiegel ist ein Gleichnis für das umfassende intuitive Wissen, das auf dem Weg des Buddha-Dharma erworben wird. Weitere Themen sind die Bedeutung des Sûtra-Lesens, das Geheimnis der Buddha-Natur und nicht zuletzt das große Erwachen oder die Erleuchtung, also das Heilziel, das Gautama Buddha zuerst in der Geschichte der Menschheit entwickelt und gelehrt hat.

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